Wahrscheinlich geht es Ihnen als Webseitenbetreiber, Content-Verantwortlicher oder auch Redakteur wie vielen Menschen in der „schreibenden Zunft“: In vielen Themen sind Sie absolut Text- und themensicher und können packende Reportagen, Berichte oder Inhalte in Rekordzeit und mit sehr vielen spannenden Details schreiben. Was aber passiert, wenn Sie Neuland betreten möchten oder im Internet recherchieren müssen?

Im Internet recherchieren : W-FragenEin interessanter Auftrag – egal ob in einem bisher bekannten Wissensgebiet oder etwas vollständig Neuem – beginnt in einem ersten Schritt mit einigen Stichpunkten. Nutzen Sie das klassische Kommunikationsmodell und prüfen Sie die W-Fragen: Was möchten Sie sagen? Wer ist der Empfänger? Wie sehen die Inhalte aus?

Schon bald haben Sie eine Vorstellung von möglichen Inhalten und Schwerpunkten! Der Zugang zu den Informationen ist der nächste Schritt: Wo kommen diese her? Wie bewerten Sie deren Zuverlässigkeit oder Plausibilität dessen was Sie im Internet recherchieren konnten?

Mit unseren Tipps lassen sich Informationen schneller finden und wahrscheinlich lassen sich auch bessere Texte erstellen. Im Abschnitt des Bewertens zeigen wir Ihnen wie Sie die Realität von gefärbten Nachrichten oder auch Falschmeldungen unterscheiden können. Neben dem Lesen sollten Sie sich auch Gedanken über das Speichern oder Wiederfinden machen.

Herausfiltern von Informationen aus der Informationsüberflutung der modernen Medien

Die große Beliebtheit des Internets resultiert zu einem Großteil aus der sofortigen Verfügbarkeit an Informationen. Gegenüber einem Zeitalter der reinen Literatur- und Datenbankrecherche wurde die Herausforderung des Informationsmangels durch Reiz- und Informationsüberflutung abgelöst.

Neben den allgemein zugänglichen Suchmaschinen wie Google, Yahoo oder auch Bing gibt es für jede Branche oder jeden Recherchezweck aber auch Suchmaschinen mit denen sich eine sehr tiefe Recherche darstellen lässt.

Im Internet recherchieren : Suchmaschinen abfragenAllerdings gilt für Suchmaschinen das Gleiche wie für jeden anderen Computer bzw. jedes andere Programm auch: Sie arbeitet nur so gut wie der Input des Programmierers oder Nutzers ist.

Beginnen Sie die Recherche deshalb mit etwas Nachdenken. Nachdenken jetzt erspart Ihnen das Durchblättern von Hunderten oder Tausenden Treffern zu einem späteren Zeitpunkt. Je genauer Sie Ihren Suchbegriff wählen, desto treffsicherer sind die Ergebnisse.

Gehen wir mal davon aus, Sie möchten die historische Rede des Trainers des FC Bayern finden!

Wie Sie die Ergebnisse gezielt filtern können:

Erinnern Sie sich an möglichst viele Details. Entweder Sie stellen eine konkrete Frage oder erinnern sich an ein Zitat oder einen Satz, der in Ihrem Gedächtnis geblieben ist.

Denken Sie gerade an den Begriff „Flasche leer“ . War es Ancelotti oder Trapattoni? Vielleicht wissen Sie das im Moment gar nicht. Geben Sie einfach nur den Begriff FC Bayern Trainer ein, dann erhalten Sie beinahe 25 Millionen Treffer. Das ist zum Einstieg gar nicht schlecht, zur manuellen Recherche aber zu viel. Also drucken Sie sich einfach mal eine Übersicht oder Zeitleiste aller FC Bayern-Trainer aus.

Wenn Sie aber die Begriffe „FC Bayern Trainer Flasche leer“ oder „FC Bayern Trainer Wutrede“ eingeben, dann wird die Recherche enorm konkret. Praktisch alle Treffer führen Sie zu diesem historischen Ereignis.

Geht es um bestimmte Branchen oder Begriffe, so sollten Sie Synonyme finden. Aber möglichst nicht genau die Begriffswelt verwenden, die ein Unternehmen verwendet.Je mehr Begriffe Sie in die Suchmaschine eingeben, desto genauer werden die Suchergebnisse.

Allerdings können Sie auch ein „schiefes“ Bild erhalten, wenn die Suchbegriffe nicht neutral sind. Würden Sie beispielsweise den Begriff „Asylanten“ in einer Suche verwenden, so wird der Anteil von Seiten mit tendenziell rechten Inhalten höher sein. Da die offizielle Bezeichnung Asylbewerber lautet.

Nutzen Sie das ganze Potenzial der Suchmaschinen-Konstruktion

Leider nutzen die meisten Menschen Suchmaschinen einfach intuitiv und spontan. Sie geben Begriffe ein und freuen sich über schnelle Suchergebnisse. Je tiefer Sie aber in das Konstruktionsprinzip oder die Gedanken der Programmierung einsteigen, desto individueller werden die Suchergebnisse.

Spezielle Zeichen oder auch Verknüpfungen bieten einen erheblichen Mehrwert. Manche Suchmaschinen bieten sogar ein ziemlich ausgeklügeltes Formular. Sei es bei „normalen“ Suchen in Google oder der Artikelsuche innerhalb von eBay oder Auktionshäusern.

Mit Suchoperation finden Sie nur Ergebnisse, die exakt eine Zeichenfolge enthalten.

Beispiel: „Flasche leer“. Schon in den ersten Treffern finden Sie von Trainernamen, Jahr der Rede bis hin zu einigen Details vieles was Sie sonst sehr lange hätten suchen müssen.

Geht natürlich auch bei Politikern. Interessieren Sie sich für deutsche Geschichte. Wer hat noch einmal gesagt: Niemand hat die Absicht eine Mauer.. Was denn nun: Zu bauen?
Probieren Sie es aus und geben in die Suchmaschine ein:
„Niemand hat die Absicht eine Mauer“
Eine der weltweit führenden Suchmaschinen ergänzt schon während der Eingabe … zu errichten und schlägt diese Suche vor.
Das ist doch genial, oder?

Erinnern Sie sich noch an Ihren Informatik-Unterricht in der Schule? Wenn nicht: Dort lernten Sie eine der Grundlagen, wie Computer funktionieren.

Die Logik von Computern ist in vielen Fällen binär aufgebaut, also auf der Basis von 1 oder 0 bzw. passend oder nicht passend. Bei einer Verknüpfung mit „UND“ müssen beide Bedingungen erfüllt werden.

Suchen Sie beispielsweise nach Aktien mit einer hohen Rendite und hoher Marktkapitalisierung, dann könnten Sie:
Hohe Rendite UND den Namen eines Indexes eingeben
Beispielsweise Hohe Rendite UND DAX

Die Verknüpfung ODER hingegen zeigt alle Treffer bei denen entweder der Begriff 1 oder Begriff 2 vorhanden ist.
Wenn Sie also die Olympiasieger von 2008 ODER 2012 Suchen, dann würden Sie die beiden Jahreszahlen durch ein „ODER“ Feld trennen.

Haben Sie bei einer Recherche – beispielsweise einer pro und contra-Diskussion- schon genug Argumente einer Seite, so können Sie gezielt Namen bzw. andere Begriffe ausblenden. Bei der Suche nach dem Thema Soziale Gerechtigkeit könnten Sie – wenn Sie schon zu viel Karl Marx Zitate hätten – einfach
NICHT: „Karl Marx“ eingeben

Platzhalter bzw. offene Felder

Wenn Sie nur den Teil eines Zitates kennen, dann könnten Sie beispielsweise die ersten beiden Wörter eingeben, ggf. mit Anführungszeichen umschließen und einen Stern als Platzhalter für ein bis beliebig viele Zeichen einfügen.

Erinnern Sie sich nur teilweise an das Zitat eines Prominenten oder Schauspielers, dann könnten Sie nach dem Namen suchen und die ersten beiden Worte des Zitats eingeben.

Details innerhalb einer Webseite finden

Vielleicht möchten Sie wissen was die anderen Autoren oder auch Gastautoren auf einem Portal bisher so veröffentlicht haben. Vielleicht um zu ergänzen: Wie wir schon im Monat soundso berichteten.

Dann bietet sich an den Suchbegriff zu kombinieren mit site:Seitenname.de

Auch interessant, wenn Sie wissen möchten, wie lange oder weit bestimmte Prognosen halten. Informieren Sie sich beispielsweise darüber, was das Handelsblatt so über Kaufhof geschrieben hat und wie oft das Geschäftsmodell eines Kaufhauses schon für obsolet erklärt worden ist. Die suche lautet dann:
Site: Handelsblatt.com Kaufhof

Informationsvielfalt und Offenheit des Internets: Vorteil und Geißel zugleich

Wenn Sie einen redaktionellen Artikel oder einen Bericht schreiben, dann sollten Sie neben der Ausgewogenheit der Argumente ganz besonders auch auf die Glaubwürdigkeit der Quelle bzw. des Angebotes achten, die bei Ihnen zitiert wird. Bei der klassischen Presse- und Medienlandschaft können Sie von gut recherchierten Berichten ausgehen, auch wenn Ihnen die extremen Ansichten so manches Mediums nicht in das Konzept Ihrer Reportage passen.

Ist die Seite unbekannt, so könnten Sie anhand der Bedeutung, der Verknüpfung und vielleicht auch des Impressums einen besseren Überblick über die Relevanz bekommen.

Suchen Sie die Verlinkungen dadurch, indem Sie den Begriff link: und den Seitennamen eingeben.
Link: bloomberg.com

Der nächste Schritt: Erfolgreiche Suchen und Seiten wiederfinden

Bietet eine Webseite genau die Informationen, die Sie suchen und wollen Sie diese wiederfinden? Dann kann das nachträgliche Suchen in der Historie bzw. dem Browserverlauf ganz schön zeitaufwändig und nervenaufreibend werden. Sie könnten sich Lesezeichen setzen oder die erfolgreichsten Suchergebnisse jeweils in einer Office-Datei sammeln und dann abspeichern.

Das gute alte Lesezeichen – auch im Internetzeitalter beliebt

Lesezeichen hatten ihre Berechtigung und Funktion sowohl in der analogen, als auch der digitalen Welt. Eine eingeklappte Ecke bei eigenen Büchern, ein Post-IT oder ähnliches helfen wichtige Seiten wiederfinden zu können. Auch im Browser können Sie Lesezeichen setzen, die nicht verloren gehen werden. Wenn Sie allerdings mehrere Geräte verwenden sollten, dann ist eine Office-Datei mit beliebten Quellen wohl die beste Wahl.

Ihre Lesezeichen teilen und voneinander lernen

Die neuen Methoden der Speicherung in der Cloud liefern auch bei Lesezeichen bzw. Bookmarks wertvolle Dienste. Sie könnten die Office-Datei mit der Linksammlung in Ihrem E-Mail Account bzw. dem angehängten Datenspeicher speichern und dann mit jedem Gerät und von überall aus aufrufen. Wenn Sie mögen, dann können Sie bei manchen E-Mail Anbietern auch einzelne Dateien für die Allgemeinheit freigeben.

Mit Tags werden Texte leichter auffindbar

Das richtige Verwenden von Tags richtet sich zu allererst an diejenigen, die Seiten und Content erstellen. Sie können Suchbegriffe verwenden und als extra Zeile bzw. separaten Bereich angeben. Damit können die Suchmaschinen ganz unabhängig von Ordnern oder Datei-Strukturen suchen. Wenn Sie als Ersteller gute Tags oder Suchwörter verwenden, dann erleichtern Sie den Kollegen Ihre Seiten zu finden.

Neuer Content und aktuelle Informationen erhöhen den Nutzwert Ihres Angebots

In vielen Fällen veralten Informationen sehr schnell. Wer erinnert sich beispielsweise noch nach vielen Monaten an die Finanzkennzahlen eines Unternehmens? Um über die aktuelle Lage informiert zu sein sollten Sie sich bei möglichst vielen Ihrer häufig bearbeiteten Themen auf dem Laufenden halten. Ob RSSFeed, Newsletter Abos oder auch gezielte Alarmierungen durch Suchmaschinen: Am Besten wäre es, wenn Sie sich jeden Tag eine halbe Stunde Zeit nehmen könnten, um Ihr Wissen aktuell zu halten.

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