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Warum Reziprozität für mehr Traffic auf dem Blog sorgt

Es gibt sowohl nette als auch weniger nette Blogger. Nette Blogger kommen mit ihren Blogger-Kollegen gut zurecht. Sie verlinken ihre Beiträge, teilen ihre Facebook-Posts und sind für die gemeinsamen Kooperationen zu haben. Eine Zeitverschwendung, die in der heutigen Zeit völlig überflüssig ist? Nein, eine clevere Strategie, die nicht nur Freundschaften zu schließen hilft, sondern auch mehr Leser gewinnen lässt.

Diese Strategie heißt Reziprozität.

Viele kennen das: Kurz vor Weihnachten und Silvester hat man plötzlich viele WhatsApp Nachrichten auf dem Handy. Merry Christmas Nachrichten und Videos kommen zum Teil von Nummern, die man gar nicht mehr in seiner Kontaktliste hat.

Was macht man dann? Man schickt virtuelle Postkarten zurück oder meldet sich mit einer kurzen Nachricht. Auch dann, wenn man so etwas eigentlich gar nicht so gern macht. Aber man fühlt sich irgendwie verpflichtet und will nicht unhöflich wirken.

Dieses Prinzip ist als Reziprozität oder Gegenseitigkeit bekannt. Das bedeutet, wenn Menschen etwas erhalten, dann fühlen sie sich motiviert oder verpflichtet eine Gegenleistung zu bringen – eine Nachricht zurück zu senden, eine Spende zu geben, ein Geschenk zu kaufen, etc.

„Wie Du zu mir, so ich Dir“ – das ist Reizprozität. Wenn Du mir einen Gefallen getan hast, tue ich Dir auch einen Gefallen. Die Reziprozität zählt zu den grundlegenden Prinzipien des menschlichen Zusammenseins. Dadurch, dass Menschen gegenseitig nehmen und geben, erreichen sie ein Interessengleichgewicht und können friedlich miteinander auskommen und ein sicheres Leben führen. Kein Wunder, auch in der Wirtschaft und Rechtswesen gilt „quid pro quo“: Jede Leistung erfordert eine adäquate Gegenleistung.

Reziprozität im Marketing

Das Reziprozität Prinzip wir in Marketing schon lange und erfolgreich genutzt:

  • Kunden werden mit einem kostenlosen Getränk begrüßt
  • Restaurantgäste erhalten ihre Rechnung zusammen mit ein paar Bonbons
  • Kunden erhalten zusammen mit den Produkt Informationen ein nettes Give-Away
  • Man erhält eine Testversion der Software vor dem Kauf
  • Kunden erhalten kleine Geburtstagsgeschenke

Unternehmen gehen in „Vorleistung“ und geben ihren Kunden Geschenke, um sie noch vor dem Kauf an sich zu binden und bei ihnen „Schuldgefühle“ auszulösen. Wenn wir im Supermarkt den Käse probieren, dann fühlen wir uns unbewusst oft verpflichtet, den Käse zu kaufen. In einem Laden, in dem die Kunden beim Reinkommen einen Glas Sekt angeboten bekommen, werden dort eher einkaufen, als in einem Laden, der keine Extras für die Besucher anbietet.

Das Prinzip funktioniert auch online ganz gut. Ob E-Books, Ratgeber, Artikel oder Podcasts – hochwertiger Content ist auch eine Art der Vorleistung. Und wenn die Nutzung von diesem Content schon keine Schuldgefühle auslöst, dann verbindet der Leser den Content-Anbieter zumindest mit positiven Gefühlen. Und je mehr hilfreicher Content der Leser bei diesem Anbieter konsumieren kann, desto stärker ist diese positive Bindung. So zumindest die Theorie der Reziprozität.

Gutes sähen, Gutes ernten – wenn das kein netter Ansatz ist um mehr Leser und Kunden zu generieren?!

Reziprozität-für-mehr-Traffic-auf-dem-Blog-sorgt_-2Reziprozität für Blogger: ein Märchen für naive Blogger?

An dieser Stelle wird fast jeder Blogger mit den Augen rollen und seine Geschichten von „Nett sein“ erzählen. Die meisten davon sind negativ: Das Verhältnis von Geben und Nehmen ist so, dass man nur am Geben ist und selbst nichts zurück bekommt. Nur naive Blogger tippen sich die Finger wund, um in den anderen Blogs zu kommentieren und Bilder zu liken. An eine echte „Gegenleistung“ ist nicht zu denken.

Deutsche Blogosphäre wird oft dafür kritisiert, dass sich die Blogger untereinander wenig unterstützen. Das merkt man auch daran, dass viele Blogs so gut wie keine Kommentare und Likes zu ihren Artikeln und Social Media Beiträgen bekommen.

Nett zu den anderen Bloggern sein und kooperativ miteinander arbeiten – das ist in der deutschen Blogosphäre noch kein Gang und Gäbe. Es gibt viele Blogger, die sich Mühe geben, Blogkollegen zu unterstützen. Zum Beispiel, posten sie mehr Kommentare auf den Social Media Seiten der Blogger, um zu helfen, diese Kanäle zu pushen. Sie liken Instagram Bilder, verlinken sich gegenseitig oder setzen gemeinsame Projekte um. Andere Blogger wiederum sind nur auf ihrem eigenen Blog konzentriert und wenn sie sich schon melden, dann nur um Kritik zu äußern.

Dass „geben und nehmen“ unter den Bloggern sehr produktiv sein kann, muss man nicht beweisen. Ob gemeinsame Projekte oder Verlinkung von anderen Blogs – beide Seiten haben damit die Möglichkeit neue Leser zu gewinnen, ihre Blogs bekannter zu machen und hochwertigen Content zu produzieren.

Doch was tun, wenn man nur den Anderen etwas Gutes tut und nichts zurück bekommt oder nur negative Erfahrungen mit den anderen Bloggern sammelt?

Die Reziprozität Strategie für Blogger

Nicht jeder Kunde lässt sich mit den Geschenken beeinflussen und nicht jeder fühlt sich verpflichtet zu kaufen, wenn er ein Give-Away bekommen hat. Und so ist es verständlicherweise auch mit den Bloggern. Damit man wirklich von einer „Win-Win“ Situation profitieren kann, sollte man deshalb solche Blogger finden, mit denen man auf der gleichen Wellenlänge ist.

Doch wie?

Um ein Teil vom Blogger Netzwerk zu werden braucht man Zeit. Beziehungen entstehen nicht über Nacht und müssen sorgfältig gepflegt werden. Am einfachsten klappt es bei persönlichen Treffen, z.B. auf einem Event. Doch auch virtuelle Blogger-Freundschaften sind keine Seltenheit. Am besten schreibt man eine nette Mail an die Blogger-Kollegen zum Beispiel aus dem gleichen Themenbereich und stellt sich vor. Das lohnt sich nur aber dann zu machen, wenn man schon eine gewisse kritische Masse an (gutem) Content aufbereitet hat. Blogger Gruppen auf Facebook, Foren und Diskussionen sind eine weitere Möglichkeit, aufzufallen und auf sich aufmerksam zu machen.

Hilfestellung leisten, andere Blogger unterstützen

  • Blogger, die hervorragend vernetzt sind, sind nicht einfach gut darin, Kontakte zu knüpfen. Sie sind vor allem gut darin, ihr eigenes Kommunikationsmanagement zu organisieren. Sie engagieren sich aktiv in Facebook Gruppen und Foren, da geben sie Tipps und Hilfestellung, ohne dabei ständig auf die entsprechenden Artikel in ihrem eigenen Blog zu verlinken. Ehrlich und authentisch sein ist dabei extrem wichtig. Andere Blogger merken schnell, wenn jemand kommentiert, nur um noch mal aufzufallen.
  • Sich auf die „großen“ Blogs konzentrieren und dort austauschbare Kommentare zu posten ist sinnlos. Man sollte auf jeden Fall themenrelevante Blogger anschreiben oder solche Blogs kontaktieren, bei deren Themen man gut mitreden kann. Die Chance, dass ein Influencer einen kleinen Blog verlinkt ist meistens gering. Doch wenn es um das gleiche Thema geht und die Inhalte hochwertig sind, dann steigt die Chance, dass man auffällt.
  • Kommentare – ja, leblose, uninteressante Kommentare – nein. Genauso wie im echten Leben sind auch digital solche Menschen interessant, die interessante Gedanken, Erfahrungen und Meinung teilen und nicht nur „Wie cool!“ Kommentare schreiben. Andere Blogger lieben auch Gedankenaustausch und freuen sich auf interessante Diskussionen.
  • Posts von anderen Bloggern teilen ist nicht nur nett, sondern auch eine weitere Möglichkeit der Content Erstellung. Einen inspirierenden Artikel finden und verlinken, kurz beschreiben, worum es im Artikel geht und seine Meinung dazu schreiben – so kann man schnell gute Inhalte erstellen und nebenbei Freundschaften schließen.
  • Kommentare ganz ohne Eigenwerbung, konstantes Engagement in den sozialen Netzwerken – so ergeben sich wertvolle Kontakte und Beziehungen. Auch wenn das viel Vorarbeit bedeutet, sollte man sich als Blogger dafür Zeit nehmen. Denn ganz ohne Kontakten, Links und Kooperationen mit anderen Bloggern ist es viel schwieriger neue Leser zu gewinnen.

FAZIT 

Sich von der Konkurrenzdenke zu lösen, bereit sein zu geben und das auch tun, Diskussionen anregen und auf anderen Blogs mitreden – das sind die wichtigsten Steps, wenn man ein Teil des Blogger-Netzwerkes werden will. Wer sein Netzwerk bereits aufgebaut hat, sollte nicht einfach dabei belassen. Neue Kontakte knüpfen, neue Ansätze verwenden um den Kontaktkreis zu erweitern – diese Arbeit muss ständig erfolgen.

Damit man von seinem Netzwerk profitieren kann, sollte man stetig seine Kontakte ausweiten, sich aktiv in den Facebook Gruppen und Foren beteiligen, kommentieren und eine authentische und freundliche Hilfe den anderen Bloggern leisten. Seid bereit zu geben, das mit dem Nehmen wird dann auch klappen. Garantiert!

Über den Autor

Olga Ziesel

Olga Ziesel ist leidentschaftliche Texterin und Expertin für Pressearbeit. Sie bloggt regelmässig auf Text-Center.com und im Blog der Webagentur awantego.de.

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