Blog Kreativitätstechniken

Kreativitätstechniken für Blogger – wenn die Worte nicht fließen wollen

Wer als Blogger einen regelmäßigen Leserkreis aufbauen und vor allem auch halten möchte, muss auch regelmäßig bloggen. Doch was, wenn man gerade in einer kreativen Krise steckt? Selbst der kreativste Kopf hat hin und wieder andere und auch wichtigere Dinge um die Ohren, so dass es ihm schwer fällt, seinen Blog aktuell zu halten. In solch einem Fall sind Kreativitätstechniken gefragt, die einen weiter bringen.

Wenn die Worte fehlen, helfen verschiedene Kreativitätstechniken

Im Folgenden stellen wir einige Kreativitätstechniken vor, die dem blockierten Blogger die Denkblockaden aus dem Weg räumen können. Wir beginnen mit Methoden, die allein funktionieren und stellen anschließend noch weitere Methoden vor, die nur in der Gruppe durchführbar sind.

Die Alphabet-Technik

Ausgangspunkt dieser Technik ist, dass man eine Fragestellung hat. Man sollte also schon grob wissen, über welches Thema man schreiben möchte. Dieses Thema schreibt man ganz oben auf ein Blatt Papier.

Anschließend schreibt man die einzelnen Buchstaben des Alphabetes untereinander vorne auf das Blatt. Nun ist hinter jedem Buchstaben genug Platz, um dort ein Wort zu notieren, das mit dem entsprechenden Buchstaben beginnt und zu dem Thema passt. Es sollte zu jedem Buchstaben ein Wort gefunden werden.

Durch diese Methode können neue Impulse gefunden werden.

Kreativitätstechniken gibt es viele

Die Mind-Map ist ein Klassiker unter den Kreativitätstechniken

Die Mind-Map

Hier wird das Thema in die Mitte des Blattes oder der Tafel geschrieben. Von diesem Zentrum aus, definiert man nun einige Unterthemen, die rundherum positioniert werden. Für jedes Unterthema kann man wiederum Stichpunkte notieren, die dazu passen. Zwischen passenden Stichpunkten kann man im weiteren Verlauf Verbindungen ziehen, so dass Zusammenhänge ersichtlich werden. Dadurch entsteht eine Themenübersicht, aus der man sicherlich auch schöne und gute Texte verfassen kann.

Um die Übersichtlichkeit zu erhöhen kann man mit unterschiedlichen Farben, Schriften, Formen und Symbolen arbeiten. So kann man beispielsweise Pfeile von einem Stichpunkt zum anderen führen und auf diesen Pfeil ein Wort, das den Zusammenhang erklärt.

Spekulationen

Zu manchen Themen kann man eine „was wäre wenn…?“ Frage stellen. Nehmen wir an, Sie möchten einen Beitrag schreiben, in dem Sie Ihre Leser zu einem bewussteren Umgang mit Energie animieren möchten. Stellen Sie sich doch einfach mal die Frage, „Was wäre, wenn alle Ressourcen der Erde aufgebraucht wären?“ Natürlich ist das ein Schreckensszenario, das sich keiner wünscht, aber im Umgang mit Energie ist es nun mal der Super-Gau. Man kann die Spekulationen über dieses Szenario sehr weit treiben und erarbeitet sich so einen tiefgreifenden Pool, aus dem man schöpfen kann.

Freies Zeichnen lässt die Kreativität fließen

Kneten, zeichnen und Gedankenreisen

Um das Gehirn auf Kreativität einzustellen, reicht es schon, wenn man es einfach mal „machen lässt“. Dazu denkt man zuerst intensiv an seine Fragestellung und beginnt anschließend, drauf los zu kneten, zu zeichnen oder begibt sich auf eine Gedankenreise. Dadurch wird das Gehirn kreativ, ohne dass es dabei unter Leistungsdruck steht. Oft entstehen bei diesen Tätigkeiten schon Ideen und Ansätze, die man für sein Thema benötigt.

Das Problem umkehren – die Kopfstandtechnik

Für diese Methode drehen Sie die Fragestellung einfach um. Statt sich die Frage zu stellen, „Wie werde ich erfolgreich?“ stellen Sie sich einfach mal die Frage „Was muss ich tun, um definitiv zu scheitern?“.

Zu dieser Frage schreiben Sie anschließend alles auf, was Ihnen einfällt. Dies dürfte Ihnen recht leicht fallen, da wir Fehler und Probleme oft klarer sehen als Lösungen. Diese Methode führt auch im Team zu guten Ideen und wird meist mit viel Freude umgesetzt.

Die Fragenkette

Ausgehend von der Hauptfrage des Themas, werden bei dieser Technik weitere Fragen gebildet, so dass eine Kette entsteht. Die eine Frage führt sozusagen zur nächsten. Ziel ist es, einen möglichst großen Pool an Ideen zu entwickeln, aus dem man anschließend schöpfen kann. Dadurch sollte das Schreiben über das Thema einfacher sein.

Das Brainstorming

Das Brainstorming ist immer wieder beliebt

Den Klassiker kennt fast jeder noch aus der Schul- oder Studienzeit. Man benötigt hierfür lediglich einen Stift und ein Blatt Papier.

Das Brainstorming ist zwar auch für Einzelpersonen durchführbar, funktioniert aber am besten, wenn es in einer Gruppe durchgeführt wird. So werden die einzelnen Gruppenmitglieder von den Ideen der anderen weiter inspiriert und eine Idee führt zur nächsten.

Hierfür wird das Thema ganz oben auf das Papier geschrieben (in einer Gruppe z.B. auf den Flip-Chart oder die Tafel). Nun schreibt man alles darunter, was einem dazu einfällt. Die Einzelnen Ideen werden unkommentiert und ohne Wertung aufgenommen.

Nachdem alle Ideen notiert sind, können sie noch sortiert werden, um sie zu strukturieren.

Die Pinnwandkarten

Auch diese Methode kann man zwar alleine durchführen, ist aber für eine Gruppe besser geeignet. Man benötigt dazu eine Pinnwand, Stecknadeln und Karteikarten. Jeder Teilnehmer notiert sich auf einer Karteikarte eine Idee. Diese werden anschließend für alle sichtbar an die Pinnwand geheftet. Bei der anschließenden Besprechung kristallisieren sich gute und schlechte Ideen schnell heraus, so dass die schlechteren Ideen gleich aussortiert werden können. Was übrig bleibt, wird ebenfalls in der Gruppe weiter entwickelt.

Das 6-Hüte-System

Die 6-Hüte-Methode funktioniert nur im Team

Diese Methode eignet sich für die Ideenfindung in der Gruppe. In der Ursprungsform benötigte man hierfür sechs verschiedene Hüte. Die Methode lässt sich jedoch auch mit anderen beliebigen Gegenständen durchführen (z.B. Armbändern oder schlichten Tischkärtchen). Sinn ist es, dass jeder der sechs Gegenstände eine andere Denkweise symbolisiert.

Bleiben wir bei dem Beispiel mit den Hüten, so steht zum  Beispiel der Sonnenhut für den emotional denkenden Menschen, der sich auf Gefühle und Meinungen konzentriert. Das Cappy steht für den kreativen Menschen, der immer neue Ideen hat und vor Kreativität sprüht. Der Bayernhut steht beispielsweise für den Kritiker, der vor allem skeptisch ist und überall die Probleme und Risiken hervorhebt. Der Anglerhut steht für den Optimisten, der die bestmöglichen Szenarien erläutert. Der Zylinder  steht für den Analysten, der sich auf Tatsachen konzentriert. Und die Melone steht für den aufgeräumten und ordentlichen Menschen, der den Überblick behält und das Geschehen für alle moderiert und ggf. zusammenfasst.

Jeder Teilnehmer darf sich nacheinander jeden Hut aufsetzen und in der dazu gehörenden Rolle, seine Gedanken und Ideen zum Thema erläutern. Diese werden schriftlich festgehalten. Am Ende werden die zusammen getragenen Ideen sortiert.

Die 6-3-5-Methode

Bei dieser Methode benötigt man sechs Teilnehmer. Jeder dieser Teilnehmer bekommt ein Blatt mit einer drei-spaltigen und sechs-zeiligen Tabelle. Das Thema oder die Fragestellung steht ganz oben.

Schiller hatte eine ganz eigene Technik

Im ersten Schritt schreibt jeder der Teilnehmer in die obere Zeile drei Ideen zu dem Thema – also in jede Spalte eine. Anschließend wird das Blatt in eine zuvor vorgegebene Richtung weiter gegeben. Nun versucht jeder Teilnehmer, die Ideen, die er auf dem Blatt vorfindet, aufzugreifen und zu verbessern. Die daraus entstehenden drei neuen Ideen trägt er entsprechend in die nächste Zeile ein. Diese Prozedur wird so lange wiederholt, bis alle Zeilen und Spalten auf allen Blättern ausgefüllt sind. Auf diese Weise kommen im Idealfall 108 neue Ideen zusammen.

Fazit zu den Kreativitätstechniken

Diese Auflistung beinhalten nur einen Bruchteil der Kreativitätstechniken, die es tatsächlich gibt. Viele Blogger haben auch ihre ganz eigene Art und Weise, wie sie an Ideen für ihren Blog kommen. Friedrich Schiller hatte faulige Äpfel zur Inspiration in seinem Schreibtisch – etwas eklig vielleicht, in jedem Fall skurril, aber Hauptsache es funktioniert, oder? Also versuchen Sie raus zu finden, was für Sie am besten funktioniert. Wenn hinterher das Ergebnis stimmt, nimmt es Ihnen bestimmt keiner übel, wenn es an Ihrem Arbeitsplatz seltsam riecht.

Über den Autor

Julia Ullrich

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