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Warum schreiben Journalisten gute Texte – das Geheimnis der W-Fragen

Guten Content erstellen – können das nur Journalisten, die sich professionell mit den Texten befassen oder jeder, der sich berufen fühlt? Auf jeden Fall jeder, der sich mit den Grundlagen der guten Texte auskennt. Journalistische W-Fragen gehören auf jeden Fall dazu!

Jeder gute Journalist macht das beim Schreiben schon automatisch – Fragen beantworten. Damit ein Beitrag lesenswert ist, muss er alle Informationen enthalten, die sich Leser wünschen. Die journalistischen W-Fragen helfen sicherzustellen, dass alle relevanten Informationen im Text enthalten sind. Sie sind die Grundlage für die erfolgreiche Texterstellung und ein wichtiger Ausgangspunkt einer Recherche.

Wie aussagekräftig die Antworten auf die Fragen sind – das ist entscheidend für einen guten Text. Deshalb gehören die W-Fragen zur journalistischen Ausbildung immer dazu. Nicht nur journalistische Beiträge, sondern auch andere Content Arten wie Blogartikel, Pressemitteilungen, Verkaufstexte, Produktinformationen oder Unternehmensinformationen müssen das Prinzip der  journalistischen „W-Fragen“ beachten.

 

Was sind die W-Fragen der Journalisten?

Um einen guten Text zu schreiben, muss jeder Autor in seinem Text folgende Fragen beantworten.

  • Was geschah?
  • Wer ist beteiligt?
  • Wo geschah es?
  • Wann geschah es?
  • Wie geschah es?
  • Warum geschah es?
  • Woher kommt die Information?

Leser suchen nach Antworten. Seiten, die diese Antworten liefern, sind bei Lesern und Google beliebt und haben bessere Chancen gefunden zu werden. Allein schon aus diesem Grund sollte man Texte nach journalistischen Regeln schreiben und alle W-Fragen beantworten. Doch die W-Fragen helfen auch qualitativ bessere Beiträge zu verfassen. Texte, die vollständige Informationen enthalten und sich auf dem Wesentlichen konzentrieren sind für die Leser wertvoll und liefern einen echten Mehrwert. Und das ist sowohl für Blogger als auch Unternehmen sehr wichtig, denn ein echter Mehrwert bedeutet einen echten Nutzen. Dazu gehören mehr zufriedenere Leser auf dem Blog, bessere Kundenbindung, mehr Verkäufe in Online-Shops, mehr Conversions und bessere Wahrnehmung als Experte.

Wie beantwortet man die W-Fragen?

Um die W-Fragen zu beantworten, muss der Autor wissen, welche Fragen seine Leser haben.

Die Frage nach „wann“ ist am einfachsten zu beantworten. Dafür muss man sie nicht mal im Fließtext erwähnen. Es reicht schon, wenn das Datum des Beitrags sichtbar ist.

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Die Frage nach „wo“ scheint erst mal nur für eine Pressemitteilung oder eine Unternehmensmeldung relevant zu sein. Aber ein lokaler Bezug kann auch für die Verkaufstexte und Blogbeiträge relevant sein, vor allem dann, wenn man aus dem Domain-Name keinen direkten Rückschluss auf das Land ziehen kann. Wie zum Beispiel bei einem Landing Page zu Thema Familienreise in die Berge, der auf einem .com-Blog erscheint – für die Leser ist es wichtig zu wissen, ob es dabei um eine Reise nach Deutschland, Österreich oder in die Schweiz geht.

Um weitere Fragen beantworten zu können, muss man sich mit den Leser-Wünschen auskennen und nach Leser-Fragen recherchieren. Es ist hilfreich bei der Recherche in den sozialen Netzwerken nachzuschauen. Dort findet man Fragen, die echte Nutzer stellen und anhand Interaktionen (Kommentaren und Likes) kann man schnell wichtige von unwichtigen Fragen unterscheiden. Facebook Gruppen, Foren und Kommentare in den Beiträgen von Medien und Bloggern sind für diesen Zweck bestens geeignet.

Blogger, die regelmäßig für ihre Besucher schreiben, wissen, was ihren Lesern wichtig ist und kennen die Antworten schon bevor sie mit dem Text anfangen. Wenn eine Beauty Bloggerin über die neue limitierte Make-up Kollektion schreibt, dann wollen ihre Leser nicht nur die Produktbilder sehen und die Preise erfahren, sondern sie wollen auch erfahren, wie die Lippenstifte und Lidschatten aussehen, wenn sie aufgetragen sind.

Um einen Überblick über die möglichen Fragen der Leser zu erhalten kann man auch die Tools wie „answerthepublic“ oder das „W-Fragen-Tool“ verwenden. Sie wurden entwickelt, um SEO Texte zu schreiben, aber sie geben auch einen guten Überblick darüber, wonach es in Verbindung mit bestimmten Suchbegriffen gesucht wird.

 

Woher kommt die Information?

Es gibt noch eine wichtige W-Frage, die immer beantwortet werden soll – die Frage, woher die Information kommt. Für jeden hochqalitativen Text gilt immer – es muss für den Leser ersichtlich sein, aus welche Quelle die Information stammt. Egal, ob es um einen Blogbeitrag oder eine journalistische Geschichte handelt, jeder Autor muss die Regeln des echten Qualitätsjournalismus beachten. Wir sprechen von Qualitätsjournalismus, wenn folgende Kriterien erfüllt sind:

  • Wahrhaftigkeit
  • Sorgfalt bei Recherche
  • Sachliche Berichterstattung
  • Unparteilichkeit im Konfliktfall
  • Argumentation statt Meinung
  • Ausgewogenheit, Unabhängigkeit und Unbestechlichkeit
  • Vertraulichkeit
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Die Quellenangaben machen aus einem einfachen Text einen Text mit Mehrwert. Wer sich um die Quellenangaben kümmert, sichert nicht nur wichtige SEO Vorteile, sondern erspart seinen Lesern viel Arbeit. Je weniger Aufwand der Leser bei der Suche nach Informationen hat, desto eher nimmt er das Informationsangebot in Anspruch.


Das Ziel der journalistischen Texte ist es die Leser zu informieren. Dafür muss der Autor nicht nur über Fachkenntnisse verfügen und gut schreiben können, sondern auch Zeit investieren, um die Informationen zu überprüfen. Dafür sind Fingerspitzengefühl und Sorgfalt gebeten und auch die Bereitschaft zu hinterfragen und richtig tief in die Materie einzusteigen. Fair bleiben und umfangreiche überprüfte Informationen liefern – das sind wichtige Aspekte, die beim Verfassen von Texten immer berücksichtigt werden müssen.

Über den Autor

Olga Ziesel

Olga Ziesel ist leidentschaftliche Texterin und Expertin für Pressearbeit. Sie bloggt regelmässig auf Text-Center.com und im Blog der Webagentur Awantego.